Position der Fraktion Grüne/UWG zum Betrieb einer Kurzzeitpflegeeinrichtung sowie einer vollstationären Einrichtung für Bewohner mit Schwerpunkt dementieller Veränderungen
Unser Pflegesystem funktioniert nur, weil der Großteil pflegebedürftiger Menschen von Angehörigen zu Hause gepflegt wird. Es ist eine gesellschaftliche und sogar rechtlich durch Ansprüche der Pflegebedürftigen auf Kurzzeitpflege abgesicherte Aufgabe, pflegende Angehörige für kurze Zeiträume zu entlasten und sie in ihrer Rolle als Pflegepersonen zu stärken, ihnen Urlaub zu ermöglichen oder nach akuten Krankenhausaufenthalten von Pflegebedürftigen eine Übergangspflege zu gewährleisten, um deren vorzeitigen Einzug in eine vollstationäre Pflegeeinrichtung zu vermeiden. (Zu wenige) Kurzzeitplätze stehen bisher im Landkreis Osterholz nur als eingestreute Plätze in vollstationären Einrichtungen zur Verfügung. Zudem wird aufgrund der demografischen Entwicklung der Bedarf an Kurzzeitpflegeplätzen in den kommenden Jahren stetig und stark wachsen.
Die Fraktion Grüne/UWG im Osterholzer Kreistag befürwortet angesichts dieser Situation uneingeschränkt den Bau und den Betrieb einer solitären Kurzzeitpflegeeinrichtung, für die die Verwaltung einen Bedarf von 40 Plätzen ermittelt hat. Die Fraktion begrüßt darüber hinaus die zusätzliche Ansiedlung von 20 Pflegeplätzen für Menschen mit demenziellen Veränderungen. Insbesondere bei hohen Pflegegraden, sehr starken Einschränkungen in Alltagskompetenzen oder einer fortgeschrittenen Demenz sind stationäre Pflegeeinrichtungen notwendig, um die Betreuung vollumfänglich absichern zu können. Auch für diese Pflegebedürftigen existiert keine speziell ausgerichtete Einrichtung im Landkreis Osterholz.

„Es ist gut, dass die Kommunalpolitik an dem schon vor Jahren gefassten Beschluss zur Errichtung und zum Betrieb einer Kurzzeitpflegeeinrichtung festgehalten hat und der Betrieb Mitte 2027 aufgenommen werden wird, auch wenn das Defizit des Betriebs der Einrichtung insbesondere in der Anfangszeit erheblich sein wird. Der Landkreis muss hier Verantwortung übernehmen, weil es keine privaten Investoren gibt, die eine solitäre Kurzzeitpflege am Markt anbieten. Nur so kann eine bestehende Versorgungslücke geschlossen werden,“ ist Erika Simon, Mitglied im Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Verbraucherschutz, überzeugt.
Der Kreisverband schließt sich dieser Einschätzung uneingeschränkt an und bedankt sich bei der Kreistagsfraktin für diese klare Stellungnahme.
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