Wohlstand von morgen ist mehr als nur Wachstum

Wachstumspolitik in die Verfassung? GRÜNE halten FDP-Vorstoß für Augenwischerei. Tatsache ist, es ist nicht nur Augenwischerei. Die Protagonisten der FDP scheinen keinerlei mathematisches Verständnis für die Zusammenhänge der Welt zu haben. Stellen wir uns nur mal vor, die abgebildete Blume würde jetzt beschließen unendlich zu wachsen. Innerhalb von kurzer Zeit hätte sie die ganze Erde überwuchert, alles andere Leben erstickt und dann? Weiteres Wachstum wäre dann ja wohl kaum möglich. Sie muss aber, es ist schließlich eine Entscheidung und die muss man nun mal respektieren, wenn sie in der Verfassung steht. oder nicht?

Der Vorschlag ist also aus mathematischer Sicht ziemlich dumm. Aus gesellschaftlicher Sicht sowieso, denn warum sollte man eine Welt festschreiben, die am Ende alles zerstört. Und Wachstum war in der Geschichte der Menschheit die meiste Zeit kein Thema. Seit 1972 ist bekannt, das unendliches wirtschaftliches Wachstum in einer Katastrophe enden muss. Der Mensch produziert, egal was und wie er es macht, immer Abfall und verbraucht Resourcen. Da diese endlich sind, kann es unendliches Wachstum nicht geben. Quod erat demonstrandum. Wir können daher die Katastrophe nur auf ziemlich lange Zeit verzögern, aber am Ende nicht aufhalten. Ganz egal was wir tun.

Hier der vollständige PM Text der Grünen im Land Niedersachsen:

Die niedersächsischen Grünen kritisieren den Vorschlag der FDP, wirtschaftliches Wachstum als Ziel in die niedersächsische Verfassung aufzunehmen und den Menschen „individuelle und gesellschaftliche Wohlstandsmehrung“ zu versprechen.
„Der FDP-Vorstoß ist Augenwischerei, wenig durchdacht und Klientelpolitik für Reiche und Superreiche. Tatsächlich wird damit kein einziges Problem der Wirtschaft und der Menschen im Land gelöst“, meint GRÜNEN-Landesvorsitzende Anne Kura.
Wohlstand ist mehr als Wachstum. Wer immer noch auf reines Wirtschaftswachstum mit Gewinnmaximierung und Umsatzsteigerung fixiert ist, ist im Vorgestern hängengeblieben. Nachhaltiger, ressourcenschonender und vor allem gerecht verteilter Wohlstand sowie eine gute Lebensqualität für alle muss doch das Ziel sein. Doch darum geht es der FDP offensichtlich nicht“, so Kura. „Wachstum, das allein auf Gewinnmaximierung und Umsatzsteigerung beruht, ist kein Allheilmittel für eine nachhaltige, zukunftsorientierte Politik, die auch nachfolgenden Generationen ein gutes Leben garantiert. Die FDP schiebt eine fehlgeleitete Verfassungsänderung vor und macht leere Versprechungen, statt ernsthaft die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Corona-Pandemie anzugehen“, so Kura. „Wer etwas für den Wirtschaftsstandort Niedersachsen tun will, braucht eine nachhaltige zukunftsorientierte Strategie, die ökologische Modernisierung, Klima- und Ressourcenschutz sowie soziale Gerechtigkeit in den Blick nimmt. Gerade die durch die Coronapandemie gebeutelte Wirtschaft braucht konkrete Krisenhilfe sowie langfristig eine an ökologischen und sozialen Kriterien ausgerichtete Strategie und keine Verfassungslyrik“, so die GRÜNEN-Landesvorsitzende.

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