Moor – muss das nass?

Vitale Moore sind gigantische Kohlenstoffspeicher. Werden Moore entwässert, abgebaut oder für die Landwirtschaft genutzt, verlieren sie jedoch ihre Speicherfähigkeit. Der in den Mooren enthaltene Torf wird aufgezehrt, der gebundene Kohlenstoff freigesetzt. Degenerierte Moore befeuern daher den Klimawandel. Ein Fünftel der niedersächsischen Klimaemissionen stammt aus Mooren und Moorböden.

Bis zum Jahr 2045 soll die Bundesrepublik klimaneutral sein, so ist es in den Klimaschutzgesetzen von Bund und Land verankert. Folglich sind auch die Klimaemissionen aus Mooren drastisch zu reduzieren. Eine Zielvereinbarung von Bund und Ländern für den Moorbodenschutz sieht die Renaturierung von Moorböden, die Anhebung von Wasserständen und eine Umstellung der Bewirtschaftung vor.

In unserem Landkreis weist allein der Bereich des Teufelsmoores knapp 20.000 Hektar Hoch- und Niedermoore auf. Ein Großteil davon befindet sich derzeit in landwirtschaftlicher Nutzung. Über 50% der gesamten landwirtschaftlich genutzten Flächen im Landkreis befinden sich auf kohlenstoffreichen Böden. Dies ist mehr als in jedem anderen Landkreis in Niedersachsen. Daneben gibt es aber ebenso noch ökologisch wertvolle Moorflächen.

Das Teufelsmoor ist damit Hotspot der Artenvielfalt, der CO2-Emissionen Niedersachsens und erfordert einen komplexen Transformationsprozess für den Moorbodenschutz. Daneben ist er für die Menschen ein einzigartiger Natur- und Naherholungsraum.

Für den Landkreis Osterholz und seine landwirtschaftlichen Betriebe bedeutet dies eine gewaltige Herausforderung, der wir uns gemeinsam stellen müssen.

Der Kreistagsfraktion Grüne/UWG in Kooperation mit der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen als Einladende ist ein Austausch zu dieser Thematik mit Beteiligten und Betroffenen sehr wichtig. Auch Zukunftsängste aus der Landwirtschaft sind bekannt, werden sehr ernst genommen und müssen diskutiert werden.

Um zur o.g. Problemstellung gemeinsam nach Lösungsansätzen zu suchen, lädt die           Grüne/UWG Kreistagsfraktion gemeinsam mit der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen zu einer Veranstaltung unter dem Titel:

„Moor – muss das nass?“

ein.

Diese Veranstaltung findet am 13. Juli 2022 um 18:00 Uhr auf Gut Sandbeck in Osterholz-Scharmbeck statt.

Im ersten Teil werden Kurzvorträge zum Thema mit Statements zu den unterschiedlichen Problemstellungen gehalten. Hierfür konnten folgende fachlich versierte Teilnehmende gewonnen werden:

  • MdL Christian Meyer (stv. Fraktionsvorsitzender der Grünen im Landtag)
  • Dr. Hans Gerhard Kulp (Biologische Station Osterholz)
  • Kreislandwirt Stefan Warnken (Landvolk Osterholz)
  • Dezernent Dominik Vinbruck (Landkreis Osterholz)

Danach sollen vertiefende Gesprächsrunden zu verschiedenen Themen stattfinden. Im Einzelnen werden dabei folgende Schwerpunkte besprochen:

  • Transformation der Moorbewirtschaftung: Existenzbedrohung oder Chance?  In diesem Themenfeld werden Miriam Staudte, stv. Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag und der Landwirt Hans Lütjen-Wellner aus Teufelsmoor fachlich zur Verfügung stehen.
  • Moorschutz – Naturschutz – Klimaschutz: Geht das Hand in Hnd? Was braucht es dafür? Hier werden die grüne Landtagsabgeordnete Imke Byl, Kim Fürwentsches, Kreistagsfraktion Grüne/UWG und Dr. Jutta Kemmer, BioS für inhaltliche Fragen bereit stehen.
  • Welche Chancen bietet Moorschutz? Christian Meyer MdL und Thorsten Milenz als Geschäftsführer der Touristikagentur Teufelsmoor werden mit Ihnen mögliche Zukunftsperspektiven der Regionalentwicklung diskutieren.

Den vorläufigen Schluss bildet dann eine kurze Darstellung der Ergebnisse der einzelnen Themenschwerpunkte. Den Abschluss des Abends bildet ein gemütliches Beisammensein mit lockeren Gesprächen bei Essen und Getränken

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