Pilotregion Moorschutz

Dieser Antrag bezieht sich auf den Moorschutz und die besondere Rolle, die unser Landkreis nun einmal hat. Wir regen darin an, dass der Landkreis aktiv wird und beim Land anfragt, welche Kriterien für ein mögliches Modellprojekt vorgesehen sind und sein Interesse an jenem bekundet. Außerdem haben wir einen „Teufels“-Moorgipfel mit allen beteiligten Akteuren vorgeschlagen. Es wurde einzeln abgestimmt und der erste Vorschlag wurde mit großer Mehrheit angenommen. Der Gipfel wurde mit der Begründung, dass so etwas zu konkret sei, abgelehnt von CDU und SPD. Die möglich anfallenden Kosten zu übernehmen, wurde hingegen wieder zugestimmt.

Hier ist der Antrag im Wortlaut:

Die Kreistagsfraktion von BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN stellt den Antrag, der Kreistag möge beschließen:

  1. Der Landkreis nimmt umgehend Kontakt zur neuen Landesregierung auf, um sein Inte-resse als Pilotregion „Moorschutz“ anzumelden und ermittelt, welche Voraussetzungen hierfür vom Landkreis zu erbringen sind.
  2. Der Landkreis verstärkt nochmals den natürlichen Klimaschutz durch Moorschutz und veranstaltet hierzu als ersten Schritt zeitnah einen „Teufels“- Moorgipfel mit potentiell betroffenen Gruppierungen: Landvolk, GLV, NLWKN, Naturschutzverbände, Politik usw. Ziel ist es sowohl das Problembewusstsein weiter zu schärfen wie auch erste Ansätze und konkrete Ideen zur Problemlösung, speziell auf den Landkreis Osterholz (und evtl. umlie-gende Flächen) bezogen, zu entwickeln. Diese Ansätze sollten in die Erarbeitung eines Pi-lotprojektes „Wiedervernässung“ münden, das bei Veröffentlichung von Förderprogram-men sofort eingereicht werden kann.
  3. Für die zur Durchführung evtl. anfallenden Kosten, sollen Mittel des Teilhaushalt Nr. 19 (Umsetzung ausgewählter Maßnahmen aus dem Klimaschutzkonzept) verwendet werden

Begründung:
Vor kurzem wurde vom Bund die nationale Moorschutzstrategie verabschiedet und veröf-fentlicht. Inhaltlich wird dort sehr deutlich dargestellt, dass Moore einerseits die größten na-türlichen Kohlenstoffspeicher sind, andererseits aber durch Entwässerung und Bewirtschaf-tung nicht unerheblich zum dramatischen CO2-Ausstoß und damit zur Klimaerwärmung bei-tragen.
Deshalb ist es dringend erforderlich, dass neben dem Bund und den Ländern auch auf kom-munaler Ebene kurzfristig alle Anstrengungen unternommen werden müssen, um aktiven Moorschutz zu betreiben.

Denn: Moorschutz ist natürlicher Klimaschutz
Sehr detailliert werden auch Ziele und dazu erforderliche Maßnahmen formuliert. Ebenso ist in der nationalen Moorschutzstrategie bereits angedeutet, dass der Bund Fördermaßnah-men initiieren wird und auch das Land wird sich kurzfristig hierzu konkret äußern, um in ge-meinsamer Kraftanstrengung dieses Thema zu bearbeiten.
Der Landkreis Osterholz verfügt über eines der größten Moorvorkommen in Niedersachsen und ist durch die andauernde Entwässerung und Bewirtschaftung von Moorflächen damit Hotspot beim schädlichen CO2-Ausstoß.
Natürlich ist der Landkreis alleine, zumindest finanziell, überfordert selbst in dem erforderli-chen Maße den dringend notwendigen Moorschutz mit Maßnahmen wie Wiedervernässung, erforderliche Ausgleichszahlungen an betroffene Landwirte zahlen, Schaffung neuer Wert-schöpfungsketten inkl. Vermarktungsstrategie usw. zu leisten. Dafür benötigt es selbstver-ständlich Förderung durch Bund und Land.
Die im Juli 2022 von der Grünen/UWG-Fraktion des Kreistages organisierte Informations- und Diskussionsveranstaltung hat deutlich gemacht, dass die Problematik bei vielen beteilig-ten Organisationen bereits deutlich erkannt ist. Der Kreislandwirt berichtete, dass die hiesi-gen Landwirte in der Einsicht, dass die derzeitige Bewirtschaftung auf Moorböden auf Sicht nicht mehr vertretbar ist, bereits weiter sind als in vielen anderen Landkreisen.
Dies ist alles nicht neu und wird auch bereits über diverse Maßnahmen bearbeitet. Aus Sicht der Grünen/UWG-Fraktion ist aber die Intensität kurzfristig noch weiter zu erhöhen.
Die neue Landesregierung hat in ihrer Koalitionsvereinbarung bereits die Förderung von „re-gionalen Gebietskonzepten“ zugesagt. „In einer Pilotregion erproben wir im Dialog mit Kom-munen, Naturschutz und Flächenbewirtschaftern die Potenziale einer nachhaltigen Regional-entwicklung durch Moorschutz, klimafreundliche Bewirtschaftung und sanften Tourismus“ (S. 16).
Der Landkreis Osterholz ist mit seinem hohen Flächenanteil von bewirtschafteten Moorbö-den, als Pilotregion geradezu prädestiniert.

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